Sportmedizin

Sportverletzungen sind alle Verletzungen, die während des Sporttreibens (Wettkampf oder Training) auftreten. Die Ursachen sind vielfältig und ergeben sich hauptsächlich aus trainingsmethodischen Fehlern, einer ungesunden Lebensweise sowie durch Disziplinlosigkeit. Im Hochleistungssport ergibt sich durch die maximale Belastungsanforderung eine erhöhte Unfallgefährdung.

Wir können Sie sportmedizinisch unterstützen:

Typische Krankheitsbilder

Zu den typischen Krankheitsbildern, die in unserer Klinik durch Sporttherapie behandelt werden können, gehören:

  • Sehnenansatzreizungen
  • Tennisellenbogen (Epicondylitis humeri radialis)
  • Golferellenbogen (Epicondylitis humeri ulnaris)
  • Entzündungen der Sehnenscheide (Tendovaginitis) und umhüll. Gleitgewebe
  • Achillessehnengleitgewebereizung (Peritendinitis achillea)
  • Sehnenrupturen, wie z. B. die Achillessehnenruptur
  • Supraspinatussehnensyndrom
  • Muskelverletzungen: Muskelhartspann (Myogelosen), Muskelzerrung, Muskelfaserriss, Muskelriss
  • Knorpelschädigungen (Chondropathien)
  • Wirbelsäulenverletzungen: Wirbelkörperfrakturen, Wirbelkörperluxationen, Abrissfrakturen, Wirbelgleiten, Bandscheibenvorfälle, Wurzelreizsyndrome
  • Knochenverletzungen: Frakturen, Bone bruce
  • Tibiakantensyndrom (shin spint)
  • Gelenkverletzungen: fibulare (Wadenbein) Bandrupturen, vordere /hintere Kreuzbandrupturen, Meniskusverletzungen, Knorpelfrakturen, Gelenkluxationen (Knie, Hüfte, Schulter), Schleimbeutelentzündungen, Sehnenausrisse, Kapselverletzungen
Wie funktioniert Leistungsdiagnostik?

Ablauf einer Leistungsdiagnostik:

Die Leistungsdiagnostik wird auf dem Cyclus 2 durchgeführt. Dieses computergesteuerte Hochleistungs-Bremsaggregat ermöglicht eine Vielzahl von verschiedenen Testmöglichkeiten, die in ihrer Kombination detailliert Aufschluss über das Leistungsvermögen eines Sportlers geben. Einzigartig ist die drehzahlunabhängige Belastungseinstellung. Sinusförmige Belastungsverläufe sind möglich. Die Tests können auf dem eigenen Rad durchgeführt werden.

Wie sollte die Verfassung der Testperson sein?

Die Testperson sollte in einer ausreichend guten physischen Verfassung sein. Im Rahmen der von uns durchgeführten Voruntersuchung, einschließlich EKG, können grobe Störungen des kardiopulmonalen Systems ausgeschlossen werden. Vorgegebene Start- und Abbruchbedingungen erleichtern die Durchführung des Tests und schützen vor Überlastungen.

Die Testverfahren ermöglichen die Ermittlung der maximalen Tretfrequenz sowie der dynamischen Maximalkraft bis hin zur Bestimmung von aerob-anaeroben Schellenwerten.

Auswahl der häufigsten Testverfahren:

  • Stufentest mit Laktatauswertung*
  • Sinustest mit Laktatauswertung*
  • Maximalkrafttest bei individuellem Trittfrequenzoptimum
  • Schnellkrafttest
  • Fitnesstest (CPI Cardio Performance Indikator – Test)

* mit frei wählbarer Anfangsbelastung, Intervallen, Stufendauer

Die Leistungsdiagnostik in Verbindung mit einer umfassenden sportmedizinischen Untersuchung ist ein wichtiger Bestandteil vieler sportlicher Disziplinen. Das Ziel liegt in einer genauen Bestimmung der individuellen Leistungsfähigkeit und Festlegung der Trainingsherzfrequenzen aufgeschlüsselt für die einzelnen Belastungsbereiche.

Wer sollte eine Leistungsdiagnostik durchführen?

Für wen ist die Leistungsdiagnostik geeignet?

Grundsätzlich für jeden, der gesundheitsbewusst Sport treiben möchte. Leistungsdiagnostische Untersuchungen bieten die Möglichkeit, das individuelle physische Niveau festzustellen. Diese Testverfahren sind nunmehr nicht nur dem Spitzensport vorbehalten, sondern auch ambitionierten Amateursportlern und auch Sporteinsteigern zugänglich.

Wann und wie oft sollte eine Leistungsdiagnostik stattfinden?

Besonders empfehlenswert ist eine leistungsdiagnostische Untersuchung bei Trainingsbeginn, kombiniert mit einem Wiederholungstest nach 3 bis 6 Monaten.

Athleten mit Wettkampfambitionen

Für Athleten mit Wettkampfambitionen ist ein kürzeres Intervall anzuraten. Es empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einem Sportmediziner, um Messungen zum optimalen Trainingszeitpunkt durchzuführen und die Messwerte möglichst umfassend zu interpretieren.

Bei Kaderathleten sind mehrmalige leistungsdiagnostische Untersuchungen pro Saison die Regel. Für erfahrene Sportler sind das aktuelle Leistungspotenzial und die Qualität des bisherigen Trainings situationsgerecht zu beurteilen.

Ambitionierte Freizeitsportler/ Sporteinsteiger

Die Erweiterung der Leistungstests auf ambitionierte Freizeitsportler oder auch Sporteinsteiger ist bzgl. des gesundheitlichen Aspektes und der sinnvollen Leistungsentwicklung anzuraten. Häufig wird in diesem Bereich eine sportmethodische und medizinische Überwachung vernachlässigt. Das individuelle Ziel der Leistungsentwicklung oder Konditionierung des Herz- Kreislaufsystems wird aufgrund von Fehl- bzw. Überbelastungen sowie Motivationsverlust nicht langfristig erreicht.

Leistungsdiagnostik nur bei Ausdauersportarten?

Leistungsdiagnostische Untersuchungen eignen sich nicht nur für Ausdauersportarten, sondern auch für Ball- und Mannschaftssportarten. Neben der Erfassung der Leistungsfähigkeit finden auch Testverfahren zur Bestimmung der maximalen Kraftfähigkeit in Abhängigkeit der individuell bevorzugten Trittfrequenz und max. Schnelligkeitsentwicklung Anwendung. Leistungsdiagnostische Untersuchungen können neben der Möglichkeit der Trainingssteuerung im therapeutischen Bereich, besonders der Sporttherapie, eingesetzt werden.

Unser Leistungsangebot

In unserer Klinik haben wir folgendes, sportmedizinisches Angebot:

Es werden Stufentest und ein Sinustestverfahren angeboten. Eine Besonderheit stellt der Sinustest nach Richter dar, bei dem die Belastung nicht stufenförmig, sondern halbwellenförmig ansteigt. Zwischen den Belastungsstufen ermöglicht der Sinustest kurze Regenerationsphasen bei niedrigerer Belastung.

Die Leistungsdiagnostik funktioniert nach folgendem allgemeinen Prinzip:

Die Belastung auf dem Radergometer wird langsam und kontrolliert gesteigert. Anfangsbelastung, Intervall, Belastungskinetik und Stufendauer können am Cyclus 2 frei eingestellt werden.

Zu festgelegten Zeitpunkten werden dann Herzfrequenz und Blutlaktat bestimmt. Die Belastung wird bis zur Erschöpfung des Probanden fortgeführt. Die für die verschiedenen Belastungsstufen ermittelten Parameter werden dann in numerischer und grafischer Form ausgewertet und erlauben Aussagen über die individuellen Trainingsherzfrequenzen sowie Aussagen über den aktuellen physischen Leistungsstand der Testperson.

Dauer der Belastungsstufen:

Die Dauer der Belastungsstufen liegt jeweils zwischen 3 bis 5 Minuten. Die Mindestzeit von 3 Minuten ist notwendig, um das in den Muskelzellen gebildete Laktat in analoger Konzentration im Blut zu bestimmen. Die Tests werden bei einer Ausgangsbelastung von 90 bis 100 Watt gestartet. Die Stufenweise Erhöhung kann ebenfalls individuell zwischen 20 und 50 Watt festgelegt werden. Kontinuierlich wird dabei die Herzfrequenz gemessen und parallel ein Elektrokardiogramm aufgezeichnet, um Herzrhythmusstörungen festzustellen. Am Ende jeder Belastungsstufe wird dann die Laktatmessung aus Ohrkapillarblut vorgenommen.

Auswertung der Werte:

Die Laktatwerte werden nach sportmedizinisch anerkannten Schwellenwertmodellen numerisch und grafisch ausgewertet. Einbezogen werden feste Schwellenwertmodelle nach Mader und Kindermann sowie individuelle anerobe Schwellenmodelle nach Dickhuth oder freies Freiburger Modell.

Individuell gibt es große Unterschiede in der anaeorben Schwelle. Beispielsweise kann die anaerobe Schwelle bei Untrainierten zwischen 5 und 6 mmol/l Laktat liegen, während hoch ausdauertrainierte Personen einen anaeroben Schwellenwert von 2,5 bis 3 mmol/l Laktat aufweisen können. Aus diesem Grund wird in der neueren Literatur vorwiegend die individuelle anaerobe Schwelle (IANS) aufgeführt. Nach unserer Auffassung sind die traditionellen Schwellenwertmodelle jedoch weiterhin repräsentativ.

Resultate:

Die Laktatmesswertkurve representiert die energetische Komponente einer Belastung. Während eines Tests wird am Ende jeder Belastungsstufe der entsprechende Laktatwert ermittelt. Mit den eingesetzten Testverfahren, welches die Herzfrequenz in Beziehung zur Leistung setzt, kann in Verbindung mit der Blutlaktatkonzentration, bei steigender körperlicher Belastung auf die individuelle Stoffwechselsituation geschlossen werden.

Das Kurvenverhalten der Laktatwerte gibt wesentliche Informationen über die individuellen Fähigkeiten des Sportlers.

Vorteile der Leistungsdiagnostik

Ergebnisse von Leistungsdiagnostik richtig einordnen und umsetzen:

Im Ergebnis der leistungsdiagnostischen Untersuchung erhalten Sie eine detaillierte Auswertung mit der Ermittlung von Herzfrequenzwerten, in welchen die Testperson trainieren sollte. Die entsprechenden Herzfrequenzen sind auf die Trainingsintensitäten abgestimmt. Nachfolgend sollte dann ein herzfrequenzorientiertes Training erfolgen. Voraussetzung dafür ist die kontinuierliche Bestimmung der Herzfrequenz, so z.B. mit einer Pulsuhr der Fa. Polar.

Ein Großteil des Trainings sollte dann im Grundlagenausdauerbereich I erfolgen, d.h. im aeroben Bereich. Das gezielte Training im aeroben-anaeroben Schwellenbereich führt im weiteren zu einer deutlichen Steigerung der Ausdauerleistung durch die Erhöhung der Konzentration der am aeroben Stoffwechsel beteiligten Enzyme sowie durch Anzahlerhöhung der Mitochondrien in der Zelle und über eine verstärkte Kapillarisierung mit resultierender verbesserter Sauerstoffaufnahme in den Muskelzellen. Das Training im Bereich höherer Herzfrequenzen sollte dann im Intervall erfolgen und dient der Verbesserung der wettkampfspezifischen Leistung.

In Zukunft leistungsfähiger: Überanstrengungen erkennen und falsches Training vermeiden:

Überanstrengungen bzw. unangemessenes Training sind häufig bei übermotivierten Hobbysportlern anzutreffen. Vermehrt treten zu hohe Laktatwerte oberhalb der anaeroben Schwelle auf. Hierdurch kommt es zu einer Störung des Muskelzellmilieus mit dem Resultat der Abnahme der Leistungsfähigkeit und unerwünschten strukturellen Veränderungen im Muskelgewebe. Ein Zuwachs an sportartspezifischen Muskelfaserzellen sowie Mitochondrien und verbesserte Kapillarisierung im Muskelgewebe wird dadurch nicht erreicht. Der anfänglich erreichte Trainingseffekt kann nicht weitergeführt werden. Das Training wird ineffektiv und ein Motivationsverlust ist die Folge. Gesundheitliche Folgeschäden sind dabei nicht auszuschließen. Ein Leistungstest ist für die Sportler geeignet, welche Sicherheit darüber bekommen möchten, in welchen Herzfrequenzbereichen sie trainieren sollten. Wer von gut gemeinten, aber meist fehlerhaften Ratschlägen von selbsternannten Sportspezialisten und Faustregeln abkommen möchte, der kommt um einen Laktattest nicht herum. Das Wissen um die eigenen individuellen Herzfrequenztrainingswerte macht den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg aus. Zur richtigen Trainingssteuerung ist ein Leistungstest unverzichtbar. Nur so lassen sich die einzelnen Trainingsbereiche exakt festlegen und Überlastungen vermeiden.