Behandlung der Hüfte und des Beckens

Hüftprothetik

Ursachen und Symptome:

Eine der häufigsten Ursachen von Hüftschmerzen (im fortgeschrittenen Alter) ist die Coxathrose. Das ist eine degenerative Erkrankung des Hüftgelenkes, die in einem Verschleiß des Gelenkknorpels besteht. Es kann auch zu Osteophyten (knöchernden Randanbauten) oder Knochendestruktion mit Beinverkürzung kommen.

Die Ursachen der Coxathrose können unterschiedlich sein. Die häufigste Form heißt idiophatische Coxathrose, das bedeutet, dass die Ursache nicht erklärbar ist und ausschließlich mit dem Patienten zusammenhängt. Die zweithäufigste Form ist die sogenannte dysplastische Coxathrose. Bei dieser Form sind die Gelenkpfannen schon im Säuglingsalter fehlentwickelt (i.d.R. zu flach). Eine weitere häufige Form ist die postraumatische Coxathrose die in Folge eines Schenkelhalsbruchs entsteht.

Die typische Lokalisation von Hüftschmerzen ist die Leistenregion. Die Beschwerden sind vorallem beim Laufen präsent. Im fortgeschrittenen Stadium treten die Schmerzen auch im Liegen oder beim Sitzen auf. Dann kommt es zur Bewegungseinschränkung der Hüfte und im Extremfall auch zu einer erheblichen Beinverkürzung.

Unser Leistungsangebot:

In der Hüftgelenksendoprothetik gibt es eine Reihe von Prothesenmodellen mit unterschiedlichen Verankerungskonzepten. Neben der komplett zementfreien Verankerung der Prothesenkomponenten ist eine Zementierung nur des Schaftes bei zementfreier Pfannenverankerung möglich sowie auch komplett zementierte Versorgungen.

Die Entscheidung über die Art der Prothesenversorgung wird nach gründlicher Abwägung der Vor- und Nachteile unter Berücksichtigung des Lebensalters und der lokalen Voraussetzungen am Knochen sowie einer eventuell vorhandenen Osteoporose getroffen. Diese Entscheidung wird mit jedem Patienten im Vorfeld der Operation besprochen.

Bei der Operation wird der Hüftkopf zusammen mit dem Schenkelhals entfernt. Die Hüftgelenkspfanne im Beckenknochen wird mit einer Formfräse auf die notwendige Größe aufgefräst und anschließend eine künstliche Gelenkpfanne eingebracht. Diese wird im Regelfall ohne Zement verankert. Die Schaftkomponente der Totalendoprothese wird im Oberschenkelknochen ebenfalls in der individuell erforderlichen Größe eingebracht.

Im Anschluss an diese Operationen wird über eine physiotherapeutische Beübung die Gelenkfunktion schrittweise wieder hergestellt und das Laufen unter Teilbelastung an Unterarmstützen neu erlernt. Die Nachbehandlung nach einem solchen großen chirurgischen Eingriff ist sehr komplex und sollte in einer Anschlussrehabilitation über die stationäre Nachbehandlung hinaus fortgeführt werden. Eine Entlastung des ersetzten Hüftgelenkes ist in Abstufungen für 3 Monate erforderlich.

Hüftarthroskopie

Ein weiterer Bereich der Arthroskopischen Operationen stellt die Spiegelung des Hüftgelenkes dar. Das operations- und lagerungstechnisch aufwendige Verfahren wird bei ausgewählten Indikationen insbesondere bei jüngeren Patienten angewandt. Hauptsächlich erfolgen Verfahren zur Verbesserung Gelenkspieles bei Impingementsymptomatiken und Gelenklippenverletzungen.

Revisionsendoprothetik

Lockerungen von Gelenkendoprothesen zeigen sich in erster Linie durch Schmerzen und können durch Röntgenkontrolle und Szintigraphie nachgewiesen werden. Ein Prothesenwechsel sollte jedoch möglichst nicht zu spät erfolgen, um eine ausgedehnte Zerstörung des Knochenlagers zu verhindern.

Bei diesen Operationen können wir auf unsere umfassenden Kenntnisse aus der Primärimplantation von künstlichen Gelenken zurückgreifen. Auch diese Operationen erfordern eine individuelle Entscheidung hinsichtlich des zu verwendenden Prothesenmodelles. Um einen Aufbau zerstörter Knochenstrukturen sicherzustellen, hält unsere Einrichtung Spenderknochen bereit, um eine biologische Verankerung der speziellen Revisionsendoprothesenmodelle zu gewährleisten. Vor der eigentlichen Operation erfolgt eine spezielle Prothesenplanung, um die besonderen Prothesenmodelle zu bestellen und entsprechend der operativen Planung einzusetzen.